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Muskelkater

Nach sportlicher Anstrengung treten besonders bei hohen Belastungen oder untrainierten Muskelpartien Schmerzen auf; der sog. Muskelkater. Meistens macht sich dieser erst Stunden nach dem Sport bemerkbar.

Die Bezeichnung Kater leitet sich wohl von Katarrh ab.

Man ist sich noch nicht vollends über die Ursachen des Muskelkaters einig. Früher ging man von einer Übersäuerung des Muskels durch Milchsäure (Laktat, Salz der Milchsäure) aus. Diese These ist jedoch inzwischen aus folgenden Gründen als unhaltbar erkannt worden:

* Muskelkater tritt hauptsächlich bei ungeübten Sportlern auf, die sich überfordern. Laktat bildet jedoch sowohl der Anfänger wie der Profi.
* Nach der Laktat-Hypothese müsste ein Muskelkater besonders durch sportliche Betätigungen wie z.B. einen 400-Meter-Lauf, bei dem besonders hohe Laktat-Werte gemessen werden, entstehen. Die Praxis zeigt jedoch, dass er öfter nach Krafttraining auftritt, bei dem nicht so viel Laktat gebildet wird.
* Laktat hat eine Halbwertzeit von etwa 20 Minuten. Ein Muskelkater tritt aber erst Stunden später auf, nachdem sich der Laktatspiegel längst normalisiert hat.

Heute geht man davon aus, dass - so zeigen Beobachtungen - durch die Überbelastung kleine Risse im Muskelgewebe auftreten. Die Entzündungen, die durch die Risse entstehen, führen durch Eindringen von Wasser zum Anschwellen des Muskels; dies führt zu dem hier thematisierten Dehnungsschmerz.

Nach einer Studie in Australien (BMJ Paper) verringern Dehnungsübungen vor oder nach dem Training keinen Muskelkater. Auch vorheriges "Aufwärmen" kann nicht vor Rissen, die aus einer Überbeanspruchung von Muskelfasern herrühren, schützen. Ebenso können Massagen, Bäder und Saunabesuche die verletzten Muskelfasern nicht wiederherstellen. Die dabei angewandten Wärmebehandlungen können lediglich den Schmerz mildern und zu einer schnelleren Reparatur der Muskelfasern beitragen, da die Durchblutung der Muskeln gesteigert wird.


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